SAG' JA ZU DIR

Alles richtig machen wollen?

Spürst du manchmal wie du versuchst alles richtig zu machen, es allen recht zu machen? Ich erlebe immer wieder Menschen in denen das tief verankert ist (mich selber eingeschlossen).

Wir hinterfragen oder wundern uns nicht sondern folgen diesen häufig unbewussten, scheinbar selbstverständlichen Vorgaben. Ist es wirklich möglich und erstrebenswert alles richtig zu machen? Was verbirgt sich dahinter es den Mitmenschen recht zu machen?

Als ich begann dieses Phänomen in mir zu erkennen, spürte ich, dass ich mich schon als kleines Mädchen ähnlich verhalten hatte. Ich versuchte den Tisch so zu decken wie meine Mutter es sich wünschte, ich half meinem Vater auch bei schweren körperlichen Arbeiten um ihn zu entlasten. Später putzte ich wie ein Weltmeister wenn die Eltern zu Besuch kamen, glaubte jeden Samstag einen Kuchen backen zu müssen. Alles was ich machte, sollte 100%ig sein. Bloß keinen Fehler machen.

Was mir nicht bewusst war, ich hoffte auf ein Lob, ich wünschte mir Ermutigung, ich hoffte auf Zuspruch, sehnte mich nach Nähe, fürchtete mich vor der Auswirkung meiner Fehler.

Als Kind erhofften wir uns Liebe und Wertschätzung von unseren Eltern, später von Lehrern, Freunden. Wir suchten sie  bei anderen Menschen.
Die Erfahrungen der Kindheit waren häufig nicht sehr positiv: keine Zeit, stell dich nicht so an, das gehört sich so, reiß dich zusammen, mach mal schnell. Wir lernten, dass unsere Bedürfnisse nicht wichtig waren oder wir uns sehr anstrengen mussten für ein Lob, für das was wir uns wünschten.

Vielleicht fallen dir beim Lesen eigene Beispiele ein, Erfahrungen in denen du dich angestrengt hast zum Wohle deiner Familie, für ein friedliches Miteinander, für ein bisschen Harmonie.

Häufig haben wir diese Erinnerungen verdrängt, weil sie schmerzhaft waren und wir als Kind den Reaktionen hilflos ausgeliefert waren. Aber unbewusst wiederholen wir die Erfahrungen bis heute, suchen bei anderen Menschen – dem Partner, Kollegen, den eigenen Kindern – wonach wir uns sehnen.

Vielleicht denkst du jetzt, das ist ja alles gut und schön aber wie bekomme ich die gewünschte Aufmerksamkeit?

Statt uns wie gewohnt im außen abzustrampeln, zu bemühen, zu hoffen, möchte ich dich ermutigen deinen Blick nach innen richten. Ich möchte dich einladen die Quelle in dir zu spüren, die wirklich DICH meint, die DICH halten und dir helfen möchte.
Vielleicht klingt das sehr abstrakt für dich und du ahnst, es geht nicht auf Knopfdruck oder mit Anstrengung. Manchmal ist es leichter zu fühlen als 1000 Worte beschreiben können. Deshalb lade ich dich ein, es dir bequem zu machen und mit dieser kurzen Audio auf Entdeckungsreise zu gehen.

 

Wenn wir Menschen beginnen, Unterstützung, Wertschätzung, Halt in uns selber zu spüren, habe ich immer wieder das Bild von einem leeren Gefäß, das sich in eine sprudelnde Schale verwandelt. Da strömt Lebendigkeit, Nähe, Freude. Wie anders können wir uns selber wahrnehmen und unseren Mitmenschen begegnen wenn wir diesen lebendigen Springbrunnen in uns fühlen.